Samstagswanderung Wildgatter Hildesheim November 2025 | zur Startseite Samstagswanderung Wildgatter Hildesheim November 2025 | zur Startseite
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Aschau, Fischbrötchen und Wollhühner (27.​09.​2025)

Samstags wandern wir los, S‑Bahn, Regionalzug, fast pünktlich — und steigen in Eschede aus, einem Ort mit trauriger Berühmtheit seit dem Zugunglück von 1998. Nach knapp zwei Kilometern plätschert die Aschau an uns vorbei, ein ruhiger Fluss von rund 20 km Länge, der in der Südheide als Drellebach startet und später in die Lachte, einen Nebenfluss der Aller, mündet.

 

Der Weg trägt die gelbe Muschel des Jakobswegs (Jacobusweg), der von der St.-Jacobi-Kirche in Hamburg mit vielen Orten durch die Heide bis nach Celle führt. Ein naturnaher Pfad windet sich durch Hochwald und Weide, fast immer in Begleitung der Aschau. Wir queren verlassene Fischteiche, passieren die mächtige Hochspannungsleitung Uelzen–Lehrte und erreichen schließlich die großen Teiche der Aschauer Fischteichwirtschaft.

 

Mittagspause: Fischbrötchen-Alarm. Unter alten Bäumen auf einer rustikalen Sitzgruppe landen geräucherter Aal, Forellenfilet — geräuchert oder mariniert, mit ordentlich Zwiebeln — und andere Fischköstlichkeiten auf unseren Brötchen oder Papptellern. Salzig, rauchig, perfekt zum Auffüllen der Energiereserven vor dem Rückweg.

 

Auf dem Rückweg gibt’s noch einen Abstecher zum Rosen-Café, einem über hundert Jahre alten Fachwerkhaus, das irgendwie aussieht, als sei es direkt aus einer anderen Zeit herübergebeamt worden. Drinnen hausgemachte Torten, Obstkuchen, guter Kaffee und eine Einrichtung, die von altem Mobiliar, feinem Geschirr und liebevollen Details erzählt. Draußen der Garten: teils rustikal, teils charmant-exklusiv, ein Ort zum Durchatmen und Leute-gucken.

 

Und weil so ein Tag gerne noch ein bisschen Extra-Charme braucht, entdecken wir im hinteren Teil des Gartens Wollhühner — chinesische Seidenhühner mit diesem plüschigen Look. Kein Wunder, dass sie früher im Mittelalter als kurioses Mischwesen zwischen Kaninchen und Huhn durch Zirkuszelte spazierten. Tatsächlich fehlt ihren Konturfedern die üblichen Hakenstrahlen — deswegen wirkt ihr Gefieder so flauschig und fast unwirklich.

 

Der Schluss ist schnell erzählt: Pünktlich brachte uns der Regionalzug zur S-Bahn nach Hannover, die uns, wen wundert’s, ebenfalls pünktlich nach Barsinghausen brachte. Die Gruppe bedankt sich herzlich bei der Wanderführerin Heidi Oppermann. Wieder eine sehr schöne und interessante Tour – wo hätten wir sonst die Wollhühner entdecken können?

 

Am Ende bleibt das Gefühl: eine Runde durch Heide und Wald, gute Gespräche, Fischbrötchen-Glück und ein Rosen-Café mit Wollhühnern — ein Samstag, der sich anfühlt wie ein liebevoll komponierter Kurzurlaub. So ist es immer in unserer Samstagswandergruppe!

 

Karl-Heinz Pfennig

Urheberrecht:

Alle Fotos Kneipp-Verein Barsinghausen e.V.



 

[Alle Fotos zur Rubrik Natur anzeigen]